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Pyramiden bei Güimar auf Teneriffa

 


Güímar liegt nur wenige Autominuten vom Flughafen entfernt, zwischen Playa de las Americas und Santa Cruz auf Teneriffa.

 

Hier, im landwirtschaftlichen Zentrum in Teneriffas Süden befindet sich eine archäologische Sehenswürdigkeit: Die Pyramiden von Güímar, belegen im Stadtteil Chacona.


Bei den Pyramiden von Güímar handelt es sich um einen Tempelbezirk aus sechs rechteckigen Stufenpyramiden, die an die früheren Bauwerke der Maya und Azteken erinnern.
Das Alter der Stufenpyramiden und ihr Erbauer konnten bislang noch nicht bestimmt werden, es gibt jedoch Anhaltspunkte darüber, dass in frühen Zeiten in einer Höhle unterhalb einer der Stufenpyramiden Guanchen gelebt haben müssen.

 

 


Die Guanchen bewohnten Teneriffa und das fruchtbare Tal von Güímar zu Zeiten vor der spanischen Eroberung, einst befand sich in Güímar die älteste Königstadt von Teneriffas Urbevölkerung, davon zeugen neben Höhlenwohnungen und Grabstätten auch Zeremonieplätze mit alten Zeichnungen und Resten von Opfergaben.


Öffentlich zugänglich sind die Pyramiden und das 65.000 Quadratmeter große Areal, auf dem sie sich befinden erst seit 1998.
Im Jahre 1992 wurde damit begonnen, einen Park um die Pyramiden herum anzulegen und ein Museum aufzubauen.


Für lange Zeit wurde behauptet, die Stufenpyramiden seien ein älteres Werk einheimischer Bauern und früher Siedler, die auf diese Art beim Pflügen störende Steine am Rand ihrer Ackerflächen zu Pyramiden aufgetürmt hatten.
Der Gedanke war keinesfalls abwegig, denn auf den Kanaren ist es durchaus üblich, störende Feldsteine zusammenzusammeln und aufzutürmen.


Stufenpyramiden wie in Güímar gab es einst an mehreren Plätzen der Insel. Das belegen alte Überlieferungen der einheimischen Bevölkerung und alte Darstellungen von verschiedenen Orten Teneriffas.


Früher wurden die Pyramiden von den Einheimischen als nutzlos angesehen, sie blockierten wertvolles Ackerland und wurden deshalb gerne als kostenloses Baumaterial für Häuser genutzt.

 

Allein in Güímar selbst weiß man von ursprünglich neun vorhandenen Stufenpyramiden, von denen heute nur noch sechs als stumme Zeitzeugen vergangener Epochen vorhanden sind. Ein Teil der Monumente fiel unter anderem auch Straßenbaumaßnahmen zum Opfer.


Dass es sich bei den Stufenpyramiden keineswegs um Zufallsprodukte der Landwirtschaft handelte, wurde erst 1991 vom norwegischen Anthropologen Thor Heyerdahl belegt.
Seinerzeit wurde der Forscher von Einheimischen auf die Geröllhaufen aufmerksam gemacht.


Durch seinen Einsatz und der finanziellen Unterstützung des norwegischen Reeders Fred Olsen wurde der weiteren Zerstörung der übrigen Pyramiden Einhalt geboten.
Der berühmte Forscher fand heraus, dass die Steine, die für den Pyramidenbau verwendet wurden nicht die üblichen runden Feldsteine der Umgebung waren, wie man sie von den landwirtschaftlich nutzbaren Terrassen des Areals kennt.

 

 

 

Es handelte sich bei den Pyramidenbausteinen um eckige Blöcke aus Lavagestein, wie es in Lavaflüssen vorkommt. An den Pyramidenecken weisen die Gesteinsblöcke deutliche Spuren menschlicher Bearbeitung auf, sie sind so geformt worden, dass sie sich der Mauer exakt anpassen. Ebenfalls entdeckte Heyerdahl, dass auch der Boden des Standortes vor dem Bau der Pyramiden eingeebnet worden war, das Tempelgebiet steht auf einem künstlich aufgeschütteten Plateau, bei dem jeder Gesteinsblock mit seiner flachen Seite nach außen zeigt.


Heyerdahl war es auch, der eine besondere astronomische Ausrichtung der Pyramiden feststellte: Zur Sommersonnenwende bietet sich hier ein einmaliges Schauspiel, denn man kann von der Plattform der größten Stufenpyramide den Sonnenuntergang gleich doppelt erleben.

 

Nachdem die Sonne hinter einer Bergspitze versunken ist und eine zeitlang dahinter verborgen bleibt, taucht sie wieder ein Stückchen weiter auf, um hinter einer benachbarten Bergspitze ein zweites Mal unterzugehen.


Bei allen sechs Stufenpyramiden befinden sich zur Westseite hin Treppen, die zu einer flachen, kieselbedeckten Plattform vor den Pyramidenspitzen führen. So wird man beim Aufsteigen während der Wintersonnenwende mit der aufgehenden Sonne konfrontiert.


Ein Informationszentrum, das sich ebenfalls auf dem Pyramidengelände befindet, bringt den interessierten Besuchern die Forschungsreisen und Pyramidentheorien Thor Heyerdahls näher.

 

 




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