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Der Teide Nationalpark - zu Fuß das größte Erlebnis
Wer durch das "Tor zur Hölle" schauen will, ganz oben auf dem Gipfel des Teide auf Teneriffa, benötigt eine Erlaubnis, die man im Büro der Nationalparkverwaltung bekommt. Streng geht es zu, schließlich will man einen großen Schatz der Natur bewahren.
Nie mehr als 200 Besucher pro Tag, maximal 7300 pro Jahr, dürfen den Berg bis ganz oben ersteigen. "Echeyde", Hölle, so nannten Ureinwohner, die Guanchen, den Vulkan, der einst durch furchtbare Vulkanausbrüche 2034 Quadratkilometer Land im Atlantik geschaffen hat: Teneriffa.
Gut vier Stunden braucht man für den Aufstieg durch den Nationalpark Teide auf Teneriffa, den "unwirtlichsten" Teil Teneriffas. Kaum eine Pflanze, das sich hier halten kann.
Der Wind, der oberhalb von 2000 Metern unerbittlich und kalt bläst, weiß dies zu verhindern. Und wenn Schnee fällt, wird der Aufstieg gefährlich. Lava, Tuffstein und Basalt bilden Untergrund für den 13 Kilometer langen Anstieg bei dem man knapp 1500 Höhenmeter überwinden muss.
Je höher desto bunter, die Lava glänzt in dunklem Silber oder in einem rötlichem Braun, der rote, gelbe oder weiße Tuffstein und der graue, teilweise golden glänzende Basalt setzen wunderbare Farbtupfer. Es ist ein faszinierender Fußmarsch durch eine andere Welt.
Die Wanderung durch den Teide Nationalpark beginnt auf einem "bequemen" Weg aus Lava und Asche, so gewöhnt man sich langsam an die immer dünner werdende Luft. So überwindet man ohne größere Probleme die 2000 Höhenmeter. Manche Wanderer, die Anstrengungen nicht gewohnt sind, kehren hier schon um, sie haben sich überschätzt.
Am „Montaña Blanca“, dem weißen Berg, der wie eine Aussichtsplattform aus dem Teide ragt, wird der Weg zu einem schmalen Steig, und dann geht es schweißtreibend, manchmal fast senkrecht hoch zum „Refugio de Altavista“, einer Berghütte auf 3260 Meter Höhe.
Jetzt beginnen die pechschwarzen Lava-Zonen des Teide, hier spürt man den Vulkan ganz nahe. Hier ist der Teide 1909 letztmals ausgebrochen. Und man sieht noch die Stelle, aus der damals die Lava herausgeschleudert wurde - Nasenloch wird es genannt.
Die Aussichten werden immer schöner, jeder höhere Meter macht den Rundblick auf die anderen Inseln und auf das Meer noch spektakulärer. Irgendwann kommt man zum Urkrater, "Caldera" genannt, mit einem Durchmesser von 17 Kilometern und noch viel älter als der Teide – Geologen sprechen von Jahrmillionen.
Nach diesen Anstrengungen freut man sich auf die "Hütte", ein schlichtes Steinhaus mit steinerner Terrasse zum Ausruhen. Wer schon am Abend vorher den Aufstieg gewagt hat, kann hier übernachten, um das große Naturschauspiel eines Sonnenaufgangs vom Gipfel aus zu erleben.
Von der Hütte aus sind es noch einmal 300 Meter, die auf einem kleinen Weg durch schwarzes Geröll zu bewältigen sind. Und dann ist man 3500 Meter hoch. Jetzt kommt der totale Kontrast: die Seilbahn, die Touristen bis knapp unter den Gipfel bringt. Man sieht Menschen in Badeklamotten, kurzen Hosen und T-Shirts.
Sie frieren wie die berühmten Schneider. Sogar Badelatschen tragen manche Leute, obwohl der Untergrund zum Teil aus messerscharfen Steinen besteht. Gegen eine Seilbahnfahrt auf den Teide ist gar nichts einzuwenden, aber die Kleidung muss schon entsprechend sein.
Die letzten mühsamen 163 Höhenmeter zum Gipfel dürfen die Seilbahnfahrer nicht begehen. Wer aber die Erlaubnis hat, keucht und ächzt noch einmal aus dem Vollen. Jetzt kommt auch der Schwefel, alles leuchtet in giftigem Gelb, und es stinkt furchtbar nach faulen Eiern.
Das "Tor zu Hölle" ist ein enttäuschend kleiner Krater, ziemlich flach, keine Blasen und kein See, wie auf anderen Vulkanen. Nur ein bisschen Rauch und penetranter Schwefelgestank.
Doch die Belohnung jedoch ist einmalig: Man sieht die meisten der Kanarischen Inseln in nebeliges Blau getaucht, der Horizont scheint unendlich, und das Meer leuchtet in einem Blau, das man so nie wieder sieht. Man kann es auch nicht fotografieren, diese Farben sind dem Auge vorbehalten. Der Aufstieg durch den Nationalpark Teide auf Teneriffa ist ein unvergessliches Erlebnis.
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